Dr. Josef Spatt
Dr. Josef Spatt

Ihr Facharzt für
Neurologie & Psychiatrie

Coronaimpfung mit neurologischer Erkrankung – ja oder nein?

Aktuell werde ich sehr häufig gefragt, ob ich persönlich bei Vorliegen einer neurologischen Erkrankung eine Coronaimpfung empfehlen kann. Die Antwort ist im allgemeinen ein klares Ja! Es ist schon wahr, dass es in seltenen Einzelfällen – wie fast bei jedem Medikament – zu ernsthaften Nebenwirkungen kommen kann, ABER Insbesondere für ältere Menschen – wie man zunehmend erkennt, aber sehr wohl auch für junge Erwachsene – ist COVID-19 eine gefährliche und nicht selten auch lebensbedrohliche Erkrankung. Die Gefahr sich damit anzustecken ist auch bei Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen nicht auszuschließen. Dagegen ist das Risiko ernster Nebenwirkungen durch die Impfung verschwindend klein.

Ganz ausdrücklich gilt diese Empfehlung für die Durchführung der Coronaimpfung auch für Patienten, die an Migräne, Epilepsie, Parkinson- oder auch Demenzerkrankungen leiden. Für alle diese Patientengruppen bestehen keinerlei Einschränkungen bezüglich der allgemeinen Impfempfehlungen. Sollten Sie an Epilepsie leiden und sollte es bei Ihnen in der Vergangenheit bei Fieber zu Anfällen gekommen sein, kann die Gabe von fiebersenkenden Medikamenten (z.B. Paracetamol) im Anschluss an die Impfung überlegt werden. Nähere Information über die Datenlage betreffend Epilepsie finden Sie auch hier.

Fehlt noch die Frage nach dem Impfstoff. In der Öffentlichkeit werden mögliche Unterschiede der einzelnen Impfstoffe bezüglich ihrer Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen diskutiert. Das ist schon notwendig, erhöht aber die Unsicherheit noch weiter. Aktuell kann an sagen, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Impfstoffen deutlich geringer sind, als der Unterschied geimpft – nicht geimpft. Jeder der zugelassenen Impfstoffe ist viel besser als keine Impfung!

Sollten Sie immer noch unsicher sein, oder sollte bei Ihnen eine besondere Konstellation vorliegen, rate ich Ihnen sich an Ihren Hausarzt zu wenden oder ihren behandelnden Neurologen zu kontaktieren und die Situation zu besprechen.

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